Wandern

Wandern rund um Hohenschwangau im Allgäu

Wandern auf Schmugglerpfaden

Die 10,4 km lange Wandertour „Auf Schmugglerpfaden“ führt vom Ufer des malerischen Weißensees durch eine traumhaft schöne Landschaft bis in die Füssener Altstadt. Teilweise ist man bei dieser Wanderung auf alten, verborgen gelegenen Schmugglerwegen unterwegs, sodass ein Hauch von Abenteuerfeeling aufkommt. In der romantischen Füssener Altstadt erwarten einen dann zahlreiche Sehenswürdigkeiten, gemütliche Cafés und Restaurants sowie kleine Läden zum Shoppen und Stöbern.

Bevor die Staatsgrenzen im Rahmen der Europäischen Union geöffnet wurden, waren einst an der deutsch-österreichischen Grenze zwischen dem Faulenbacher Tal und dem Tiroler Vilstal zahlreiche Schmuggler auf verborgenen Pfaden unterwegs, um Tabak, Alkohol, Parfüm und andere Waren an den Zöllnern vorbei über die Grenze zu schaffen. Auf den Spuren der alten Schmuggler begeben wir uns bei dieser reizvollen 10,4 km langen Wanderung, für die man etwa dreieinhalb Stunden einplanen sollte. Die Wandertour hat einen mittelschweren Anspruch. Etwas Kondition und gute, knöchelumschließende Wanderschuhe sollte man mitbringen. Startpunkt der Wanderung ist das Freibad im Füssener Ortsteil Weißensee, das sich direkt am gleichnamigen Weißensee befindet. Von der Autobahn A7 kommend, gelangt man über die Ausfahrt Füssen und die B310 nach Weißensee. Außerdem führen auch die Bundesstraßen B16 und B17 nach Füssen, wo es über die B310 weiter nach Weißensee geht. Zunächst wandert man ein Stück weit entgegen des Uhrzeigersinns am Ufer des Weißensees entlang, der von grünen Wiesen umgeben inmitten einer malerischen Landschaft liegt und mit seinem türkisen Wasser die Augen verzaubert. Am Südufer des Gewässers zweigt ein kleiner Weg ab, der einem hoch zum sagenumwobenen Alatsee bringt. Der Alatsee ist überregional bekannt, da er schon mehrfach beliebten Allgäu-Krimis als Kulisse diente. Er wird auch blutender See genannt, da das Wasser bei besonderem Lichteinfall eine leicht rötliche Färbung annimmt, die von seltenen Purpur-Schwefelbakterien herrührt, die sich in 15 Metern Tiefe befinden und deren Herkunft noch nicht ganz erforscht ist. Die Einheimischen erzählen viele Sagen über den Alatsee; so sollen hier auch Fabelwesen und Gespenster ihr Unwesen treiben, die unaufmerksame Wanderer gerne mal in die Tiefe ziehen. Vorsicht ist also geboten! Hat man sich den Gespensterattacken erfolgreich entzogen, kommt man zu einem Aufstieg, der zum Aussichtspunkt „Zwei-Seen-Blick“ und auf den Hahnenkopfweg führt. Die grandiose Aussicht beim Zwei-Seen-Blick auf den Alatsee, den Weißensee und die Berggipfel südlich des Tiroler Vilstals ist atemberaubend und sollte unbedingt auf Fotos festgehalten werden. Nachdem man ein Stückchen auf dem Hahnenkopfweg gewandert ist, zweigt auf der rechten Seite der Steig über die Ländescharte nach Tirol ab. Hier wird es ein wenig abenteuerlich, denn der Durchstieg der Ländescharte ist an einer Stelle seilgesichert. Wenn es vorher geregnet hat, ist der Durchstieg außerdem sehr rutschig, sodass Vorsicht geboten ist.

Auf Tiroler Seite befindet man sich nun auf dem Ländeweg. Hier kann man die Lager- und Bindeplätze der Flößer am Lech- und Vilsufer sehen. Auf dem Ländeweg hält man sich links und spaziert in Richtung Lechfall/ Füssen weiter. Nun gilt es wieder aufmerksam zu sein, denn irgendwann zweigt links ein fast verborgener Pfad ab, der sogenannte „Schmugglerweg“. Über diesen schmalen Waldpfad, auf dem einst Schmuggler mit schwarz angemalten Gesichtern unterwegs waren, gelangt man auf den Schwärzerweg. Hier wandert man in Richtung Bad Faulenbach und über das Faulenbachgässchen kommt man zur Theresienbrücke am Lech. Im idyllischen Bad Faulenbach, der mit seinem vielen Grün als natürlicher Kurpark Füssens dient, empfiehlt sich ein kleiner Schlenker zum Lechfall. Das beeindruckende Naturspektakel hier, bei dem sich tosende Wassermassen über sieben Meter in die Tiefe stürzen, um in die Lechschlucht zu strömen, kann vom König-Max-Steg aus beobachtet werden, der über den Wasserfall führt. Die ursprüngliche Route verläuft von der Theresienbrücke weiter über die Lechhalde bis in die Altstadt Füssens. Beim Stadtbrunnen beginnt die Fußgängerzone, die man durchschreiten muss, um am Ende zu einer nach links führenden Straße zu kommen, über die man zum Bahnhof und Busbahnhof gelangt. Die Buslinie 71 bringt einen schließlich in wenigen Minuten zurück nach Füssen Weißensee.

Es bietet sich natürlich an, etwas länger in der romantischen Füssener Altstadt zu verweilen und sich hier in Ruhe umzusehen. Entlang schmaler, verwinkelter Gassen begegnen einen auf Schritt und Tritt mittelalterliche Bauwerke wie gotische Häuser, kunstvolle Brunnen und historische Kirchen. Absolut sehenswert sind das alte Benedektinerkloster St. Mang und das Hohe Schloss, das hoch über der Altstadt thront und zu den wichtigsten spätgotischen Profanbauten Bayerns zählt. Wer nach der noch recht langen Wanderung Hunger und Durst hat, kann sich in gemütlichen Cafés und Restaurants stärken und Allgäuer Spezialitäten genießen. Ein kleines Andenken sowie alles mögliche, von Allgäuer Handwerkskunst bis zu angesagter Mode, bekommt man in den schnuckligen Läden der Altstadt.

Die Wandertour „Auf Schmugglerpfaden“ bietet wunderschöne Landschaftsimpressionen, tolle Ausblicke auf Berge und Seen und einen Hauch Abenteuerfeeling. Am Ende kommen dann auch noch Kulturliebhaber unter den Wanderfreunden voll auf ihre Kosten. Diese Wanderung sollte man bei einem Allgäu Urlaub einfach mal machen – es lohnt sich!


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