Der Säuling

Der Säuling bei Schwangau

Der 2047 Meter hohe Säuling steht bei Schwangau in den Ammergauer Alpen. Der Berg wird aufgrund seiner imposanten Statur auch „Wächter des Allgäus“ genannt und er gilt als Wahrzeichen der ganzen Region.

Die markante, an eine Pyramide erinnernde, Silhouette des Säulings sticht einem bei einer Reise in den Allgäuer Königswinkel schon von weitem ins Auge. Der Berg, der nach deutscher Messung eine Höhe von 2047 Metern und nach österreichischer Messung von 2048 Metern hat, überragt seine Umgebung und beeindruckt jeden, der in seine Nähe kommt. Der Säuling, über dem die Landesgrenze von Bayern und Tirol verläuft, ist ein beliebtes Ausflugsziel von Bergwanderern, Kletterern und Naturliebhabern. Er kann sowohl von österreichischer als auch von deutscher Seite aus bestiegen werden. Bei dem Aufstieg von der deutschen Seite und natürlich auch vom Gipfel aus, erwarten einen traumhafte Aussichten auf die weltbekannten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie auf die wunderschöne Seenlandschaft rund um Schwangau und Füssen. Bei einer Besteigung von der österreichischen Seite aus, werden einem tolle Ausblicke auf das Lechtal in Reutte geboten. Der Name des Säulings entstand vermutlich übrigens durch die Ableitung des Wortes „Siulinc“, das soviel bedeutet wie „Säule“. Aufgrund der massiven Gestalt des Berges würde diese Erklärung auch Sinn ergeben.

Der Säuling ist ein herausragendes Wanderziel, allerdings sollte man über gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen, wenn man den Aufstieg auf den „Wächter des Allgäus“ wagt. Die bayerische Königsfamilie liebte diesen Berg; es hieß, dass König Maximilian II. gerne zusammen mit seiner Gattin Marie auf der Säulingswiese Picknicks abhielt und später bestieg Marie den Gipfel zusammen mit ihren Söhnen Ludwig II. und Otto. Der wohl leichteste Weg auf den Säuling führt über das Säulinghaus und ist ein Wanderweg. Lediglich der letzte Abschnitt des Steigs ist an manchen Stellen mit Klettersicherungen ausgestattet. Das Säulinghaus befindet sich auf einer Höhe von 1720 Metern und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Hier wird man mit köstlichen Hüttengerichten und herzhaften bayerischen Brotzeiten verwöhnt und kann sich ausruhen, bevor es auf einem schmalen Pfad weiter bis zum Gipfelkreuz geht. Das Säulinghaus bietet übrigens auch Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 60 Personen und richtet besondere Feierlichkeiten wie Betriebsjubiläen oder Geburtstage aus.

Ein weiterer lohnender Weg auf den Säuling verläuft von Hohenschwangau aus über die Wildsulzhütte und den nordöstlichen Schrofenhang. Eine sehr gute Kondition und Trittsicherheit sind absolute Voraussetzung für diese Bergtour. Sie beginnt man Ticketcenter in Hohenschwangau. Von hier aus spaziert man in Richtung von Schloss Neuschwanstein, der weltberühmten Sehenswürdigkeit von König Ludwig II., die von außen an ein prächtiges mittelalterliches Schloss erinnert, bis zur „Jugend“. Über einen Wasserleitungsweg geht es weiter in Richtung Säuling. Links an der Wildsulzhütte entlang, verläuft ein schmaler Pfad in Serpentinen den Berg hinauf. Teilweise ist der Pfad recht steil und verfügt über Drahtseilsicherungen, die den Aufstieg erleichtern. Man erreicht die wunderschöne Säulingswiese, die dazu einlädt, erst einmal zu entspannen und eine Rast einzulegen. Über einen Schotterweg gelangt man dann zum Gipfel, auf dem man die grandiose und unvergessliche Aussicht über das weite Alpenvorland genießen kann. Der Abstieg führt einen dann zur Säulingwiese zurück und anschließend geht es über einen Klettersteig hinunter zum Säulinghaus. Dann führt die Wanderung um den Pilgerschrofen herum, bis zur Wildsulzhütte und von dort zurück zum Ausgangspunkt. Diese schöne Bergtour, die sich in rund sechs bis sieben Stunden bewältigen lässt, garantiert phantastische Aussichten und wunderschöne Naturimpressionen.

Den Säuling umgibt zweifellos eine besondere Aura, die von seiner imposanten Gestalt herrührt. Menschen, die auf dem Berg waren, berichten aber auch von einer spürbaren Wesenhaftigkeit, die der Säuling ausstrahlt. Der heilige Magnus, der Stadtpatron Füssens, nannte den Berg „monte excelsum“, was soviel wie Himmelsberg bedeutet. Damit wollte er ausdrücken, dass der Säuling Himmel und Erde – das Heilige und das Irdische – miteinander verbindet. Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um den Säuling und machen ihn zu etwas Besonderem. Eine Sage berichtet davon, dass Hexen das Gipfelplateau des Berges als ihren Tanzboden benutzen. Eine weitere Sage erzählt, dass einst der Teufel einen massiven Felsen vom Säuling abriss und ihn in Richtung der Gemeinde Roßhaupten schleuderte. Da dort aber gerade die Kirchenglocken zu läuten anfingen, erreichte der Felsen die Gemeinde nicht, sondern fiel stattdessen senkrecht vom Himmel zu Boden und blieb dort liegen. In der Tat liegt noch heute ein großer Felsen auf einem Feld vor der Gemeinde, in dem ein Kreuz aufgestellt wurde.

Der Säuling ist ein beeindruckender, majestätischer und mysteriöser Berg, der einen in seinen Bann zieht. Naturliebhabern und Wanderern ermöglicht er wunderschöne Ausflüge in eine faszinierende Bergwelt mitsamt unvergesslichen Ausblicken über den Allgäuer Königswinkel.

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